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Unser Schul-Flyer [4.423 KB]
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MAINPOST vom 28.07.2007
Mit dem Slogan „Schule, Praxis, Beruf“ wirbt Hammelburgs Hauptschule für die vom Regionalkongress neu beschlossene Hauptschulinitiative um mehr Praxisbezug und Ausbildungsreife der Jugendlichen. Schulleiter Erich Höfling und Schulrat Josef Hammerl erläuterten das Projekt vor teilnehmenden Betrieben, Lehrern und Eltern der Hammelburger Hauptschule.
Hammerl zeigte sich erfreut, dass 30 Betriebe aus Hammelburg mit 34 Praktikumsplätzen teilnehmen. Schüler der 7. Ganztagsklasse schnuppern für einen halben Tag jede Woche kontinuierlich über eineinhalb Jahre ins Berufsleben. Ab dem kommenden Schuljahr wird es für die 27 Schüler spannend. Denn im ersten Halbjahr werden sie sich erst während des Unterrichts auf ihren Praxistag ab März vorbereiten. Dazu gehören die Vorstellung der einzelnen Berufe in den drei Profilen Wirtschaft und Handel, Handwerk und Technik sowie Gesundheit und Soziales. Eine ganze Praktikumswoche und der Besuch am Arbeitsplatz der Eltern stehen auf dem Programm. Die Schüler werden sich wie bei der späteren Berufswahl auch auf die Praktikumsstelle bewerben und sich auch dem Konkurrenzdruck durch ihre Mitschüler stellen.
Bisherige Schwerpunkte wie etwa Sicherung der Kernkompetenz in Mathematik und Deutsch, Vermittlung einer breiten Allgemeinbildung und Erziehung zu Sozial- und Selbstkompetenz werden erweitert. Nach dem Konzept des Regionalkongresses geht der Weg der Schüler weg von der Abschluss- zur Anschlussorientierung.
Ausbildungsreife erhöhen
Die neue Hauptschulinitiative setzt sich zum Ziel, die Ausbildungsreife der Schüler und Schülerinnen zu erhöhen. Die Hauptschule soll als berufsvorbereitende Schule mit klarem Profil auftreten. Die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss soll auf ein Minimum reduziert werden. Auch in Hammelburg sei eine Verbesserung der Situation dringend notwendig, stellt Höfling dar. Nur ein Drittel der Hauptschulabgänger 2007 hätten eine Lehrstelle ergattert. Der Rest befinde sich über Weiterbildungsmaßnahmen in einer Warteschleife bis zum nächsten Jahr. Dass jeder Schüler einen Abschluss in der Tasche hat, ist eines der Anliegen des verbesserten Hauptschulkonzeptes.
Hierzu stellte Schulrat Hammerl vier zentrale Elemente der neuen Hauptschulinitiative vor. Nach jahrelangen Lippenbekenntnissen werde endlich auch einmal etwas Geld in die Hand genommen, um die Hauptschüler zu fördern. Mit den drei Fachrichtungen Wirtschaft, Handwerk und Soziales soll die Profilbildung für den Schüler erleichtert werden. Unter Modularisierung verstehe man, dass es abgeschlossene Lerneinheiten gibt mit thematischen Schwerpunkten, die mit einem Zeugnis bewertet werden.
Der Lehrer kann seine fürs Jahr vorgegebenen Lehrstunden etwa für Mathematik flexibel einteilen, auch bedarfsorientiert. Das heißt ein Teil der Schülerinnen und Schüler wird verstärkt in Rechnen, ein anderer mehr in Rechtschreibung gefördert. Bei den Punkten Ganztagsschule und Praxisbezug stehe Hammelburg schon sehr gut da, meinte Hammerl. Denn es gibt schon Schülerfirmen. Zur Ausweitung der Praktika und der regionalen Netzwerke seien die anwesenden Firmen herzlich willkommen.
Was hat das neue Konzept aber für Vorteile für die teilnehmenden Betriebe? Hauptantrieb für viele Teilnehmer ist es, potenzielle Lehrlinge schon frühzeitig in der Praxis kennenzulernen und über einen längeren Zeitraum beobachten zu können. Die lokalen Netzwerke zwischen Schule und Betrieben bieten für die Jugendlichen betriebsnahe Praxisorientierung. Für Schüler liege der Vorteil darin, frühzeitig zu erfahren, auf was es im Berufsleben ankommt und noch während der Schulzeit darauf hinzuarbeiten. Als Ergebnis erhofft sich Höfling einen passgenauen Übergang von der Schule ins Berufsleben.
Im Landkreis Bad Kissingen nimmt neben Hammelburg nur Bad Brückenau an der neuen Haupschulinitiative teil. Unterstützt werden die Schulen auch von der Handwerkskammer Schweinfurt. Die HWK Service GmbH hat ein Faltblatt zur Hammelburger Hauptschulinitiative und eines zu dem Bewerbungsprofil-Ordner, den jeder Hauptschüler ab der 7. Klasse erhält, herausgebracht. Darin werden viele Tipps zur Berufsorientierung gegeben und Bewertungen und Zeugnisse verschiedener Praktika aufbewahrt. Mit dieser Hilfe für Schüler, Eltern und Betriebe soll der Einstieg ins Berufsleben gut vorbereitet und erleichtert werden. An der Hauptschulinitiative interessierte Betriebe können sich jederzeit an Schulleiter Höfling wenden.
Mehr Arbeitsaufwand für Lehrer
Aus Erfahrungen der Schweinfurter Hauptschule, die die neue Initiative bereits ein Jahr erprobt, weiß Schulamtsleiter Hammerl, dass der Aufwand für dieses Projekt für den betreuenden Klassenlehrer weit über das normale Arbeitspensum hinausgeht. Um diesen Aufwand im normalen Schulalltag unterzubringen, sind bislang nur Ganztagsklassen beteiligt. In Schweinfurt unterstützt ein Sozialpädagoge die Betreuung der Schüler in den Betrieben. Hammerl führt bereits Gespräche mit verschiedensten Anlaufstellen und ist zuversichtlich für Hammelburg zusätzliche Hilfe zu bekommen. Für den Erfolg der Hauptschulinitiative setzt Hammerl zwei messbare Kriterien an: die Quote der Wiederholer und der Schüler mit Abschluss.
Bürgermeister Ernst Stross lobte das Engagement für das Pilotprojekt, an dem kommendes Jahr 20 Schulen in Bayern teilnehmen werden. Etwas skeptisch zeigte er sich zu dem relativ frühen Beginn des Praxistages schon in der siebten Klasse. Aber der Kampf um den Ausbildungsplatz beginne eben auch früh.
Fragen seitens der teilnehmenden Betriebe bezogen sich hauptsächlich auf die praktische Durchführung des kontinuierlichen Praxistages. So müssen Arbeits- und Pausenzeiten und Versicherungsschutz rechtlich abgesichert sein. Höfling legte Wert darauf, dass die Zusammenarbeit zwischen Schule und betrieblichem Lernort schon im Vorfeld intensiv sein solle. Denn vor allem bei einem Pilotprojekt müsse noch vieles abgestimmt werden.
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